Die Seilschleppschifffahrt

Ruine Rheinfels mit Tauereischiffahrt (Aquarell von Max Eyth, ca. 1883)

Max Eyth wurde von John Fowler auch beauftragt, die Seilschleppschifffahrt zu verbreiten:

 

Am 15. Oktober 1866 reisten beiden belgischen Barone Oskar de Mesnil und Henry van Havre nach Leeds, um Experimenten mit einem von ihnen in Auftrag gegebenen Schleppschiff beizuwohnen. Ihre Idee war, Schiffe mithilfe von auf dem Flussgrund liegenden Stahlseilen vorwärts zu ziehen. Dazu musste auf den Schiffen eine Vorrichtung installiert werden, die die Stahlseile aufnehmen und so festhalten konnten, dass sich die Schiffe daran vorwärts bewegen.

 

Das von dem Fowler-Chefingenieur Robert Burton für den Dampfpflug entwickelte Clipdrum (Klappentrommel) war Teil der Lösung des Problems. Max Eyth verbesserte die Technik, und sollte nun konkrete Versuche veranstalten. Diese sollten im Rahmen seiner Nordamerika-Reise 1866 auf dem Erie-Kanal, der Eriesee und den Hudson-River miteinander verband, durchgeführt werden. Diese schlugen jedoch unter anderem aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen fehl.

 

Dem Eyth'schen Seilschleppschifffahrtsprojekt in den Vereinigten Staaten war kein Erfolg beschieden. Robert Fowler, Eyths Chef, schrieb Anfang Mai 1868 in einem Brief: "You have done wonders under difficulties. I think for the moment we should not force the matter further in America. We have all done our duty." Mai 1868 kehrte er nach Europa zurück.

 

Dort bot sich diese Technik für zahlreiche europäische Flüsse und Kanäle als Lösung für das den industriellen Aufbruch hemmende Transportproblem an. Im Spätsommer 1868, war es so weit: Prüfstein für die Tauglichkeit des ganzen Systems sollte die Fahrt durch den Tunnel von Godurville werden. Ein Konkurrent hatte öffentlich gewettet, Eyths Schiff vermöchte ihn nicht binnen zwölf Minuten zu passieren. Dieser aber hielt dagegen und bekam Recht: In weniger als zehn Minuten war der Tunnel durchfahren.

 

Ab 1869 widmete er sich wieder der Dampfpflügerei.

 

Über 20 Jahre war Max von Eyth für die Firma Fowler tätig. Zunächst als Ingenieur, später hauptsächlich als Sachwalter der Firma für die Verbreitung der Dampfpflugtechnik in aller Welt. Seine Auslandstätigkeit, verbunden mit oft jahrelangen Aufenthalten führten ihn nicht nur durch ganz Europa sondern auch nach Ägypten und Amerika.